„Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ 

  Volkstrauertag in Lommel

Von Tanya Shoshan

Wenn man in Lommel den Innenhof der Kriegsgräberstätte betritt, sieht man eine große schwarze Krypta, eine Grabstätte. Darauf ein Schriftzug: „HIER RUHEN DEUTSCHE SOLDATEN“.

 

Es sind viele Soldaten. Wie viele Menschen hier in Lommel ruhen, kann man selbst beim Anblick des Friedhofs nur ansatzweise erfassen. Kreuze, so weit das Auge reicht. An die Zwanzigtausend. Und jedes Kreuz steht für zwei Soldaten. Die Opfer zweier grausamer Kriege, die man niemals vergessen darf. Gräber, die uns zeigen, wie wichtig der Frieden und wie schrecklich die Gewalt ist. Aber auch Gräber von Menschen, derer viel zu wenig gedacht wird.

Nur einmal im Jahr ist Volkstrauertag. Wir erinnern uns an die gefallenen Soldaten, die Kriegsgefangenen, die Opfer der Gewaltherrschaft, die Toten von Bombenangriffen und jene, die in der Folge von Vertreibungen starben.


 

Dieses Jahr fand der Volkstrauertag am Sonntag, den 15. November statt. Zu den etwa 250 Anwesenden zählte wie jedes Jahr eine Delegation unserer Schule. Den Schulverein vertraten Dr. Christiane von Ludwig und Jürgen Ernst.

 

Wie schon in den vergangenen Jahren gestalteten Schülerinnen und Schüler der iDSB auf Einladung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. einen musikalischen Beitrag. Unter Leitung von Lotar Sommerlad sangen Lena Schuler und Tanya Shoshan „S’il suffisait d’aimer“ von Jean-Jaques Goldman. Susanne Fisch, Eva Mirow, Karolina Gorzel, Kei Beck und Joana LeForestier begleiteten die Sängerinnen instrumental.

 

 

Schüler der 9. Klassen (Isabelle Stetter, Marta Bylica, Henrike Wittenbecher, Judith Möller, Simon Block, Martin Schroer und Alon Shoshan) gestalteten eine Lesung mit thematisch passenden Auszügen aus Gedichten, Briefen und Tagebüchern. Die ergreifenden Texte hatte Dr. Markus Bultmann ausgewählt. Ein Textauszug lautete: „And I can’t help but wonder by this graveside / Do all those who lie here know why they died?“

 

Ob die Soldaten auf dem Friedhof wissen, warum sie gestorben sind, bleibt für uns unbeantwortet. Aber ihre Gräber geben uns einen Auftrag. Am Volkstrauertag wird viel über die Opfer und die schrecklichen Geschehnisse der Vergangenheit gesprochen. Es reicht jedoch nicht aus, sich der Toten zu erinnern. Wir müssen aktiv für den Frieden eintreten und verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Denn: „Um die Welt zu verbessern, müssen wir bei uns selbst anfangen.“ (Hendrik Pieter Hos, holländischer Widerstandskämpfer im zweiten Weltkrieg )