Chancen bieten
Schülerförderung in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben

Von Dr. Walter Karbach, Schulleiter; Gerold Hofmann, Leiter der Fachoberschule

Förderung von Schülern in der Fachoberschule - ein erfolgreiches Projekt der iDSB

 

Ziel des Projekts war und ist es, Schülerinnen und Schülern Bildungschancen zu bieten durch Förderung in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben.

Den Rahmen bietet das Leitbild der Internationalen Deutschen Schule Brüssel, wonach die iDSB ihre Schülerinnen und Schüler optimal fördern und auf dem Weg zum Erfolg begleiten.

Den Anstoß zu dem Projekt gab die Erkenntnis, dass unterschiedlich begabte und interessierte Schüler differenzierte schulische Angebote brauchen. Die iDSB bietet deshalb verschiedene Schullaufbahnen an, die zu unterschiedlichen Schulabschlüssen führen: Das Gymnasium führt zum Deutschen (Internationalen) Abitur, die Realschule zum Realschulabschluss (inzwischen Abschluss der Sekundarstufe 1).

In der iDSB werden die Schüler der Realschule in der Regel in den Gymnasialklassen mitgeführt und binnendifferenziert unterrichtet, bevor sie in der Abschlussklasse gezielt auf ihre Prüfungen vorbereitet werden. Damit sie nach bestandener Prüfung nicht die Schule verlassen müssen, hat die iDSB im Jahre 2002 den Schulzweig der Fachoberschule für Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege eröffnet, orientiert an den Regelungen des Freistaats Bayern.

Zahlreichen Schülern der Realschule, die bereits das Hauptfach Wirtschaft & Recht hatten, aber auch vereinzelt des Gymnasiums oder der Brüsseler Europäischen Schulen kommt das berufsorientierte Angebot der Fachoberschule besonders entgegen. Die Fachoberschule für Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege der iDSB bereitet Schüler mit mittlerem Schulabschluss auf den Besuch deutscher und europäischer Fachhochschulen und Hochschulen oder auf eine Berufsausbildung im dualen Ausbildungssystem vor. Nach zweijähriger Ausbildung in kleinen Klassen schließt sie mit der Prüfung der Allgemeinen Fachhochschulreife ab - eine moderne Alternative zum klassischen Gymnasium und eine vorzügliche Vorbereitung auf die Arbeitswelt.

In computerunterstützten, projektorientierten Unterrichtsblöcken werden die Erfahrungen aus 20 Wochen fachpraktischer Ausbildung (gelenktes Praktikum) an attraktiven Lernorten im In- und Ausland theoriegestützt aufgearbeitet. E-Learning-Elemente und Lernplattformen und unterstützen die Schüler während der Abwesenheit vom Schulort und während der Unterrichtszeit.

Dabei verfolgt das Projekt folgende Ziele: Gezielte Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, verstärkte Förderung von Fähigkeiten, Interessen, Einstellungen und Arbeitsmethoden besonders im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, Sammeln von Erfahrungen in der Berufs- und Arbeitswelt, effiziente und motivierende Unterrichtsarbeit entsprechend der persönlichen Leistungsbereitschaft und den besonderen Stärken, Kontaktaufbau und -pflege zu potenziellen Arbeits- und Ausbildungsplätzen und Vorbereitung auf ein Studium und auf wissenschaftliches Arbeiten.

Neben den allgemein bildenden Fächern wird besonderer Wert auf den Unterricht in Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Rechtslehre sowie Business-Englisch gelegt. Die Inhalte in diesen Fächern werden mit den Erfahrungen aus dem Praktikum verzahnt und sind damit sehr anwendungsorientiert.

Die Schule unterstützt das Lernen durch eine moderne Ausstattung: In jedem Unterrichtsraum wird mit digitalen Tafeln (SmartBoards) gearbeitet, und die Schule stellt jedem Schüler einen mit entsprechender Software vorbereiteten Laptop zur Verfügung, mit dessen Hilfe auch die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern während des Fachpraktikums erfolgt.

Die Schüler der zweijährigen Fachoberschule bilden zusammen mit ihren Mitschülern der gymnasialen Oberstufe die Oberstufe der iDSB. Sie sind auf der gleichen Etage untergebracht, haben teilweise die gleichen Lehrkräfte und nehmen gemeinsam an schulischen Projekten und Fahrten teil. In einer gemeinsamen Feier erhalten sie ihre Abschlusszeugnisse.

Die fachpraktische Ausbildung ist eine besonders gute Möglichkeit, den unterschiedlichen Begabungen und Interessen, der Fachoberschüler gerecht zu werden. In enger Kooperation mit deutschen Ausbildungsunternehmen und Institutionen, sei es in Brüssel oder an einem Standort in Deutschland, sammeln die Schüler vor Ort Erfahrungen, die bereits mit der Suche nach und der Auswahl von geeigneten Aus bildungsunternehmen beginnen.

Dabei ist es der Schule ein besonders Anliegen, insbesondere Schüler mit eher ungewöhnlichen schulischen Laufbahnen oder eher individuell geprägten Persönlichkeiten intensiv zu betreuen und zu fördern. Dies erfordert auch seitens des Ausbildungsunternehmens eine hohe Bereitschaft, sich auf den Jugendlichen einzustellen. So gibt es beispielsweise besondere Projekte während der Ausbildung in Abstimmung mit der ausbildenden Schule.

Andererseits berät die Schule die Jugendlichen sorgfältig bei der Wahl des Ausbildungsunternehmens, bereitet ihn darauf vor und begleitet ihn während der Tätigkeit dort, was einen Besuch des schulischen Leiters der fachpraktischen Ausbildung vor Ort einschließt. In Einzelfällen erlaubt dies auch die schnelle und zielgerichtete Intervention.

Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Vermittlung der Erfahrungen der Jugendlichen an ihre Mitschüler des folgenden Jahrgangs, denen sie z.B. zu den Ausbildungsinhalten aus den Berufsbildern Verwaltungsfachangestellte, Bürokauffrau für Kommunikation oder Industriekaufmann erfahrungsgestützte Informationen geben.

Schließlich ist die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern der Schüler eine bedeutsame Voraussetzung des Erfolgs. Dies gilt insbesondere bei Schülern die als Quereinsteiger zur Fachoberschule der iDSB stoßen.

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Berichte von der fachpraktischen Ausbildung - mit Live-Interviews der Praktikanten und ihrer Ausbildungsleitungen


Interview mit der Firma InterGest

   

Interview mit der Firma BMW

   

Interview mit dem Kunsthistorischen Museum Wien

Interview mit dem Deutschen Bundestag

   

Interview mit der Deutschen Botschaft

   

Die Eltern der FOS-Schüler - Meinungen zur Schulform

   
   
   
Frau Ertel, Mutter von Alexander:

Die Fachoberschule war für uns ein Grund, unsere Kinder an die iDSB anzumelden, nachdem wir 2007 von London nach Brüssel umgezogen sind.

Wir sind überzeugt von der FOS, da sie sehr praxisbezogen ist. Auch “tauscht” man die naturwissenschaftlichen Fächer gegen eine höhere Wochenstundenzahl in Wirtschaft und Recht ein. Das ist speziell dann von Vorteil, wenn der spätere Werdegang in der Wirtschaft wahrscheinlich ist, aber auch wenn sich Schüler mit diesen Fächern etwas schwerer tun.

Das Engagement und die Qualifikation der Lehrkräfte an der iDSB, ihre Fähigkeit junge Menschen in einer entscheidenden Phase ihres Lebens zu begleiten und zu motivieren, die kleinen Klassengrößen und die Umstellung des Unterrichts auf Notebook-Klassen sind weitere gute Gründe für die Wahl der FOS und des Fachabiturs anstelle des klassischen Abiturs.

 

   
Frau Männl, Mutter von Fabian:

Für uns war die Fachoberschule die einzige Alternative zur Europaschule, die wir oft als zu unpersönlich und unüberschaubar angesehen haben.
Die praxisbezogene Ausbildung mit dem Laptop sowie die Ausbildung in den Betrieben gaben unserem Sohn die Initialzündung für den Wunsch, später in die Wirtschaft einsteigen zu wollen.

Darüber hinaus sind das regelmäßige Feedback der motivierten Lehrkräfte, die kleinen Klassen und der persönliche Bezug ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsfaktor, um sicherzustellen, dass in diesem Alter nichts „schiefgeht“!

Wir sind sehr froh, uns für die Fachoberschule entschieden zu haben. Die familiäre Atmosphäre an der internationalen Deutschen Schule ist nicht zu ersetzen.

 

   
Frau Breitung, Mutter von Gerrit:

An der Fachoberschule der iDSB können besonders auch Spätzünder mit Lernproblemen das Fachabitur schaffen. Es ist sehr gut, dass man auch von anderen Schulformen und Schulen (Realschule, Gesamtschule, Europäischen Schule) an die iDSB wechseln kann und es hier möglich ist, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen.
Mein ältester Sohn hat den Schul- und Länderwechsel in Klasse 11 mit einem guten Fachabitur in Klasse 12 abgeschlossen. Mit dem Abschluss der Allgemeinen Fachhochschulreife kann man auch an Universitäten (abhängig vom Bundesland und der Universität) und nicht nur an Fachhochschulen studieren, das war für unseren Sohn von großem Vorteil war.
Die beiden fachpraktischen Ausbildungen lassen eine Erprobung der Schüler im Arbeitsalltag zu und geben nach 20 Wochen einen vertieften Einblick in die berufliche Realität. Besonders für Schüler, deren Interesse im Bereich der Wirtschaftswissenschaft, der Administration, der Verwaltung oder auch im juristischen Bereich liegen, ist diese Schulform besser geeignet, als das normale Abitur. Das wurde mir immer wieder von Abgängern bestätigt.

 

   
Familie Birenheide:

Die Fachoberschule stellt eine ausgezeichnete Alternative für solche Schüler/Innen dar, die den hohen Praxisbezug der Fachoberschule einem eher theoretisch orientierten Bildungsgang vorziehen.

Dadurch erhalten sie die Möglichkeit ihr Potenzial dennoch voll entwickeln und einbringen zu können.
Durch den fachpraktischen Anteil in der Jahrgangstufe 11 bekommen sie ein sehr konkretes Bild, was im Berufsleben erwartet wird und somit, wofür sie sich eigentlich anstrengen sollen. Das erachten wir als ebenso motivierend wie das am Ende stehende Fachabitur, welches den Weg zu einer akademischen Ausbildung eröffnet.



 
Frau Buhendwa:

Für Jugendliche die Ihre berufliche Orientierung noch nicht abgeschlossen haben, ist die Ausbildung an der Fachoberschule Brüssel ein echter Gewinn. Durch die zwei Praktika, die zu absolvieren sind, bekommen sie einen besseren Einblick in die Berufswelt. Dies erleichtert Ihnen die Entscheidung, nach der zweijährigen Dauer der Fachoberschule entweder eine Ausbildung anzufangen oder eventuell zu studieren.
Die FOS Brüssel zeichnet sich auch durch die optimale Anzahl der Schüler aus. Die Lehrer können gezielt auf die Bedürfnisse der Schüler oder Schülerinnen eingehen. Im Falle von unserem Sohn Raphael, der im Deutschen Bundestag in Berlin sein erstes Praktikum absolviert hat, haben wir bereits erste Früchte festgestellt. Sein souveränes Auftreten und die Führung durch den Bundestag haben uns imponiert.



 
Ralf Wollank, Patenonkel von Raphael:

Ich kenne Raphael nun schon seit seiner Geburt. Auch als nicht ständig bei der Familie lebender Patenonkel hatte ich im Laufe der Jahre das Glück, Raphael und Aaron heranwachsen zu sehen.
Dadurch, dass ich die Jungen immer nur in gewissen Zeitabständen sah und sehe, erkenne ich die Entwicklungssprünge umso deutlicher. Raphael hat in den letzten drei bis vier Jahren große Schritte gemacht. Er ist selbständiger geworden und hat ein gesundes Selbstvertrauen entwickelt. Insgesamt wirkt er reifer in seinen Handlungen. Seine soziale Kompetenz hat er nicht zuletzt bei der Organisation und souveränen Durchführung seines Praktikums bewiesen. Insbesondere bei der Führung der Familie durch den Bundestag ist deutlich geworden, wie sehr er sich mit seiner Arbeit in der Parlamentsbibliothek identifiziert hat. Er war sichtlich stolz darauf, in diesem Team mitarbeiten zu dürfen.
Ich denke, die Deutsche Schule in Brüssel ist, im Vergleich zu den bisherigen Schulen, das Beste, was Raphael an Ausbildung bisher bekommen hat. Auch, dass er sich entschieden hat, die Fachoberschule zu besuchen, ist in meinen Augen ein Ausdruck seines wachsenden Verantwortungsgefühls. Ich bin stolz auf Raphael und wünsche ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute.



 

Berichte der Praktikanten aus der fachpraktischen Ausbildung

Interview mit Alexander Ertel, Praktikum im Deutschen Bundestag

Interview mit Carolin Herre, Praktikum in der Deutschen Botschaft Brüssel

Interview mit Juliette Siebeneicher, Praktikum bei Audi

Interview mit Lewin Melches, Praktikum bei BMW

Interview mit Raphael Buhendwa, Praktikum im Deutschen Bundestag


Interview mit Katia Lipkau, Praktikum im Kunsthistorischen Museum Wien


Interview mit Senay Birenheide, Praktikum bei Veritas

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